Shooting

Homestory – Familienshooting in den eigenen vier Wänden

Das Leben verändert sich ja jeden Tag. Manchmal nur minimal, manchmal reißt es einem von heute auf morgen den Boden unter den Füssen weg. Und ganz oft ist es von allem nur ein bisschen. Und das verändert uns, die Träume, die Wünsche und auch das eigene WARUM. Warum mache ich meine Bilder so wie ich sie mache? Was will ich mit meinen Bildern erzählen?

Vor ein paar Wochen ist meine Oma gestorben und beim Ausräumen habe ich die alten Bücher und Bilderalben viel intensiver als je zuvor wahrgenommen. Meine Großeltern als Babys, Kinder, Jugendliche, frisch verliebte, die Hochzeitsbilder der Beiden Mitte der 50er Jahre (sau cooler Style, Oma!) dann mein Papa und seine Schwester als Babys, Kinder und so weiter. Es war so unglaublich faszinierend und so schön, diese Erinnerungen zu haben. Dafür bin ich wirklich dankbar, für mich war es das wertvollste was meine Großeltern hinterlassen haben. Und am spannendsten waren nicht die „jetzt stellt euch mal brav hin und sagt Spaghetti“-Bilder sondern die bei denen man mitten drin war. Das Wohnzimmer mit diesen alten Tapeten, der Sessel aus Omas Wohnung der damals noch richtig neu war. Der Balkon auf dem sie schon damals gefrühstückt haben, den ich nur noch ganz schwach in Erinnerung hatte. Mein Papa würde jetzt sagen „…und da auf dem Bild steht mein VW-Bus im Hintergrund!“ Ja all diese alltäglichen Dinge direkt aus dem Leben.  Das ist was mich fesselt.

Durch die Hochzeitsfotografie habe ich mich immer mehr und mehr in die Reportagen Fotografie verliebt. Echtheit statt Perfektion. Natürlich und Lebendig, das ist mein Ding. Klar es gibt wunderwunderschöne Studio Bilder, ich bewundere einige Fotografen die das wirklich klasse machen, aber es ist nicht meins. Ich fühle mich unglaublich verbogen, sterile Bilder zu machen, nackte Babys mit Schleifchen und Blümchen zu drapieren. Kinder sollen lachen, und spielen und toben.

Und unter dem Motto durfte ich die liebe Paulette Zuhause mit ihrer Familie besuchen. Ich liebe das improvisieren vor Ort, das spielen mit dem Licht und das persönliche mit einzubeziehen. Und ich wünsche mir das sie irgendwann die Bilder rauskramen, zusammensitzen und mit einem „ach weißt du noch…“ lächelnd an diesem schönen Tag zurückdenken, und kaum glauben können wie klein die Beiden mal waren. Ich möchte für euch einfach ein Stück Familiengeschichte festhalten.